Johanna Söchtig stellt im Glashaus bis zum 01. Juni aus…

Die Freiheit vom Können
Johanna Söchtig stellt im Glashaus aus

Von Martin Ganzkow

Johanna Söchtig ist ein Naturtalent. Sie kann malen. Sie kann Gesehenes mit Pinsel und Farbe so wiedergeben, dass der Eindruck des Künstlichen vergeht. Trompe-l’œil, nannte sich das früher, eine Täuschung des Auges, das denkt, es habe die Wirklichkeit und kein gemaltes Bild vor sich. Doch zum Glück kann Johanna Söchtig mehr, als das Auge zu täuschen, sie kann wundervoll mit Farben umgehen, Stimmungen erzeugen und in die Schönheit der Natur malend entführen.

Im Derneburger Glashaus hängen zahlreiche Arbeiten der Künstlerin aus Nordassel in ganz verschiedenen Techniken und Stilen. Grob kann man die Ausstellung in 3 Bereiche aufteilen. Der erste trägt den Titel: „Ich kann malen!“ Hier demonstriert Johanna Söchtig ihre beeindruckende Begabung: Lebensgroße Abbildungen von Hunden, auf denen jedes Haar zu sehen ist, Gemälde wie Fotografien, die auch im Nahbereich nichts von ihrem Geheimnis preisgeben. Oder in Pastell gezeichnete Bilder von Kinderköpfen, so fein modelliert, dass die Haut zu leben scheint.

Schon etwas weiter gehen die Bilder eines lichtdurchfluteten Herbstwaldes, die nur auf den ersten Blick wie eine Fototapete aussehen. Hier erkennt man die Handschrift der Malerin: unendlich viele getupfte Farbflecken, die sich in einer unüberschaubaren Fülle aus Formen und Farben zu einem wohl komponierten Bild zusammensetzen. Ein anderes Bild zeigt eine windbewegte Gräserwiese vor blauem Himmel. Die Bewegung des Motives setzt sich in der wunderbar leichten Bewegung des Pinselstrichs fort, der die Wiese in ein wildes Meer von grünen Tönen verwandelt. Diese Bilder führen in den zweiten Bereich der Ausstellung und der heißt: „Ich löse mich!“

In diesen Bildern löst sich Johannes Söchtig von der strengen realistischen Wiedergabe des Vorbildes und taucht mehr und mehr in die Welt der Malerei ein. Wie zum Beispiel in dem Bild der Seerosen, das Wasser, Blumen und die Spiegelung des Himmels zu einer Komposition voller Ruhe und Harmonie vereinen. Oder in dem Bild des Picknicks mit Kindern, in dem die Kinder eins werden mit ihrer farblich bewegten Umwelt. Das Bild lebt von einem durchgehend expressiven Pinselstrich aus dem sich diese Welt zusammensetzt. Genauso das Portrait eines Frauenkopfes von schräg hinten, hell scheinend vor einem dunklen Hintergrund, mit Haaren wie Flammen voller weich fließender Bewegungen. Nur die deutlich dargestellten Gesichts- und Nackenlinien lassen das Bild als ein Frauenportrait erkennbar, das sich dem dunklen Hintergrund erotisch zu nähern scheint.

Der dritte Abschnitt der Ausstellung könnte den Titel tragen „Ich bin frei!“, denn hier zeigt Johanna Söchtig abstrakte Arbeiten, von der Natur inspiriert. Die Künstlerin demonstriert mit diesen Bildern, wie meisterlich sie mit den Farben umzugehen weiß. Die Arbeiten erinnern an Spiegelungen im Wasser, in denen ein ganzes Feuerwerk explodiert. In dem einen dominieren Röt-Töne, in dem anderen herrschen Grün-Werte. Doch daneben, darüber und darunter wimmelt es von den unterschiedlichsten Farben, die sich zu einem großen Ganzen kunstvoll zusammensetzen. BildFoto W.Börner

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