Westerlinder warten auf Erdkabel…2013

Westerlinde.
Die Diskussionsrunde im Dorfgemeinschaftshaus brachte eine weitere Variante für die 380-kV-Stromleitung ins Spiel.

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Warten auf Sigmar Gabriel: Demonstranten gegen den Verlauf der 380-kV-Leitung in Westerlinde.
Foto: Jörg David/RP
Gibt es vielleicht doch noch eine Alternative beim Verlauf der 380-kV-Starkstromleitung von Wahle nach Mecklar im Bereich der Gemeinde Burgdorf? Weil die Bedeutung der Asselgraben-Niederung für den Naturschutz nun auch vom Landkreis Wolfenbüttel nicht mehr gesehen wird, könnte die Variante nördlich des Ortes doch noch interessant werden.

Das ergab sich während einer Diskussionsrunde, zu der die SPD-Abgeordneten Sigmar Gabriel und Marcus Bosse eingeladen hatten. Reichlich Gegenwind hatten die Tennet-Mitarbeiter dort im Westerlinder Dorfgemeinschaftshaus ja erwartet – aber eine ernsthafte Alternative?

„Diese Diskussionen führen wir überall entlang der Starkstromtrasse“, erklärte Trassen-Planer Thomas Buksdrücker. Die Westerlinder nehmen für sich in Anspruch, das es wohl nirgendwo auf der ersten, 60 Kilometer langen Etappe von Wahle nach Lamspringe so extreme Verhältnisse wie in Westerlinde gebe.

Im Namen „einer ausgesprochen gut funktionierenden Dorfgemeinschaft“ eröffnete Sven Biel die Runde, die den Rahmen des Dorfgemeinschafthauses sprengte. Knapp 150 Westerlinder und ihre Gäste machten das Beste aus der Raumnot und protestierten im Rahmen eines improvisierten Grillfestes.

Wie das weltberühmte gallische Dorf werde der Ort von drei Seiten mit den Strommasten eingeschlossen, zudem liefere die Autobahn zum Elektrosmog auch noch Schadstoffe – eine schwer zu verkraftende Mischung. Warum setze Tennet nicht auf Erdverkabelung?

Für die Gemeinde Burgdorf erinnerte Samtgemeinde-Bürgermeister Jens Range daran, dass die jetzt gewählte Umkesselungs-Variante schon 2006 abgelehnt worden sei. „Das Schutzgut Natur und Landschaft hat hohe Priorität, aber auch der Mensch darf nicht zu kurz kommen.“

Deshalb sei möglicherweise eine auf die frühere Bahnstrecke von Osterlinde nach Derneburg verschobene Nordvariante denkbar. Mit dieser könnte sich auch Kreisumwelt-Dezernent Claus-Jürgen Schillmann anfreunden.

Die Gefahr, dass damit die Proteste nur in andere Orte verschoben werden, prophezeite Sigmar Gabriel. Wohl mit Recht, denn nach dem allgemeinen Zuspruch für diese Variante meldete sich prompt Christiane Kirchmann, Landwirtin aus Hohenassel, zu Wort. Der besagte Bahndamm sei kaum noch erkennbar und bei dieser Trasse würde ihr Land durchschnitten.

Die Tennet-Mitarbeiter haben allerdings die Planfeststellungs-Unterlagen mit der Umkesselung bereits eingereicht. Sie hoffen auf den Abschluss des Verfahrens Ende 2014/Mitte 2015.

„Das heißt, mit den dann folgenden Verfahren vor den Verwaltungsgerichten kann es 2020 werden“, sagte Gabriel. Der inzwischen für alle Projekte zuständige Jens Siegmann hielt dem entgegen, dass alle Trassenvarianten intensiv geprüft worden seien.

Vielleicht aber könne die Genehmigungsbehörde schon etwas richten. Gabriel und Bosse sagten jedenfalls zu, dass sie sich beim dafür verantwortlichen niedersächsischen Wirtschaftsminister für die Gemeinde Burgdorf einsetzen werden.

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Veröffentlicht in Archiv 2013

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