Bürger bestehen auf Erdkabeln. Trotz Raumordnungsverfahren: Kampf gegen 380-KV-Freileitung begann am 05.07.2007

Bericht der Salzgitter-Zeitung, aus dem Jahr 2007

Heute noch so aktuell wie damals…

Trasse bei Worms

Trasse bei Worms

WARTJENSTEDT. Die Bürgerinitiativen gegen den Bau der 380 Kilovolt-Freileitung geben sich nicht mit Teilerfolgen zufrieden. Nach ihrer von der Landesregierung inzwischen erfüllten Forderung eines Raumordnungsverfahrens bestehen sie weiterhin auf Erdkabeln. Die lehnt Betreiberin Eon-Netz bislang aus Kostengründen noch ab.

Gestern abend berieten die Interessenvertreter von fast 25 000 Einwohnern in Bornhausen bei Rhüden eine entsprechende Resolution. So haben sich mehrere Bürgerinitiativen zusammengeschlossen, um ihre Kräfte zu bündeln. Darunter auch das Ambergau bei Bockenem.

Zudem fordert die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag von Ministerpräsident Christian Wulff, sich auf Bundesebene für das unterirdische Verlegen von Höchstspannungsleitungen einzusetzen. Bislang habe das Land im Bundesrat derartige Regelungen blockiert, heißt es in einer Presseinformation der Partei.

Der Widerstand gegen die von Eon-Netz zwischen Wahle im Kreis Peine und Mecklar in Hessen geplante Überlandleitung hat sich auch hier neu formiert. Im Frühjahr von Einwohnern der Gemeinden Baddeckenstedt und Burgdorf gegründet, wurde deren Bürgerinitiative um die Gemeinde Holle im Kreis Hildesheim erweitert.

Der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Hans-Günter Ullrich aus Wartjenstedt berichtete gestern der SZ, dass sich die Zahl der Unterschriften von hiesigen Gegnern der Höchstspannungsleitung mittlerweile auf 2500 verzehnfacht habe. Ullrich: „Wir haben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Ministerpräsident Wulff offene Briefe geschrieben.“ Darin verlangt die Initiative nicht nur an einigen sensiblen Stellen eine Erdverkabelung, sondern auf der gesamten 180 Kilometer langen Strecke.

„Wenn darin Gleichstrom statt Wechselstrom transportiert wird, ist das nicht teurer als Freileitungen“, sagt Ullrich. Weil sie keine Wärme erzeuge, käme eine unterirdische Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ) ohne die aufwändige Gasisolierung (GIL) aus, wie sie bei herkömmlichen Drehstromleitungen nötig sei. Gegen Freileitungen sprächen ferner ein 20-prozentiger Energieverlust, Kosten für die Stahlmasten, Sturm- und Eisgefährdungen sowie der Wertverlust davon beeinträchtigter Grundstücke.

Obwohl kupferne Erdkabel teurer als Freileitungen aus Stahl sind und für die Einspeisung und die Abnahme von Gleichstrom je ein Umformer erforderlich ist, liegen laut Ullrich die Kosten nicht über denen von Freileitungen. Dies hätten weltweite, langjährige Erfahrungen eindeutig gezeigt. Allerdings, so Baddeckenstedts ehemaliger Gemeindebürgermeister weiter, gebe es für dieses Verfahren offenbar noch keinen deutschen Anbieter. Aber die Züricher Firma ABB habe unter anderem auch eine Leitung von Deutschland nach Schweden gebaut.

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Veröffentlicht in Allgemein

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