600 KV Gleichstromtrassen „Ab in die Erde“ ? – In Ostfriesland ist das möglich…

Was bei den Trassen Wahle-Mecklar und der SuedLink nicht möglich sein soll, wird in Ditzum an der Ems seit 2009 praktiziert. Eine 600 KV-Gleichstrom-Trasse, wird mit 2 Erdkabeln zu je 300 KV verlegt und zwar auf einer Strecke von 90 km! 

Dieter Alm, von der Bürgerinitiative Jeinsen Höchststromleitungen unter die Erde, traute seinen Augen nicht.
Hier sein Bericht:
Liebe Mitstreiter,
während unseres Rad-Urlaubs hatten meine Frau und ich Gelegenheit uns bei Ditzum an der Ems (Ostfriesland) die Erdverkabelungsarbeiten des Projekts „Dolwin 2“ anzusehen und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Was beim SuedLink nicht möglich sein soll, wird hier seit 2009 praktiziert! Kann man sich alles vom Radweg aus wunderbar ansehen und fotografieren.

Hier wird gerade eine 600 KV-Gleichstrom-Trasse (!) mit 2 Erdkabeln zu je 300 KV verlegt und zwar auf einer Strecke von 90 km! Die Erdkabel liegen lediglich 1,4 – max. 2,1 m tief. Die Kabel werden in ein Sandbett verlegt, hierauf kommt ein Teil der Erde, dann 2 Plastikstreifen, darauf wieder Erde, dann das Warn-Flatterband und der Rest der Erde. Also keine Betonabdeckungen oder andere feste Materialien.

Das ist bereits die 5. Trasse, die dort verlegt wird. Hiermit wird eine der Offshore Anlagen von der Nordsee unter der Ems (1000 m Horizontalbohrung) durch und über Acker- und Weideflächen an die Konverter Station bei Dörpen im Emsland angeschlossen. Die Erdverkabelung ist dort oben kein Problem. Proteste der Landwirte, die eine Entschädigung erhalten, sind nicht bekannt. Die Fläche kann nach einem Jahr wieder voll bewirtschaftet werden, so die Aussage eines Landwirtes, was wir auch sehen konnten, sowohl Weideland als auch Getreidefelder. Das wieder hergestellte Weideland sieht eher noch grüner aus als das daneben liegende Land!

Für die Erdverkabelung wird dort insgesamt ein ca. 10 bis 15 m breiter Landstreifen für den Fahrweg, den Graben und die Erdlagerung benötigt. Auf der linken Seite des Grabens werden Stahlplatten verlegt, auf denen der Bagger für den Aushub fährt und die Erdkabeltrommel transportiert wird. Die aktuelle Baustelle ist zwischen 200 und 300 m lang und wird dann offensichtlich immer weiter versetzt. Rechts vom Graben wird der ausgehobene Boden lt. dem Landwirt in drei Güteklassen gelagert, damit zum Schluss der Ackerboden wieder oben ist.

Bei dem Erdkabel wird alle 800 m eine Muffe gesetzt, die ebenfalls in die Erde kommt! Hierfür werden keinerlei Wartungshäuschen gebaut und zwar auf der gesamten Länge von 90 km! Die Muffen werden eingemessen, sodass sie über GPS jederzeit geortet werden können. Bei Defekten am Kabel kann ein Messwagen die beschädigte Stelle jederzeit bis auf einen Meter genau orten. Das soll dort seit 2009 erst einmal wegen einer Beschädigung durch den Bagger beim Verfüllen vorgekommen sein.

Auftraggeber ist hier unsere liebe Fa. TenneT, von der man offensichtlich nur verklappst wird!

Passend dazu die Aussage des Referatsleiters Dr. Patt von der Bundesnetzagentur (Leiter des Referats 613 P Netzentwicklung der BNetzA) im persönlichen Gespräch mit Mitgliedern unserer BI, die am 28.06. bei der Veranstaltung der BNetzA in Bonn waren. Herr Dr. Patt sieht die 500 KV-Erdverkabelung technisch als nicht ausgereift an und sie wird nach seiner Aussage auf der gesamten SuedLink-Strecke nicht zur Anwendung kommen. Der sollte mal sein Büro verlassen und durchs Land fahren!

Uns steht also noch ein langer Kampf bevor!
Beste Grüße
Dieter Alm
Bürgerinitiative Jeinsen
Höchststromleitungen unter die Erde
30982 Pattensen-Jeinsen

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Veröffentlicht in Allgemein
One comment on “600 KV Gleichstromtrassen „Ab in die Erde“ ? – In Ostfriesland ist das möglich…
  1. Fabian Rackelzki sagt:

    Das sind keine 600kV-Gleichstromtrassen, sondern 320kV… Nur weil das zwei Kabel liegen ergibt das nicht 600kV, das ist absoluter Quatsch. 525kV-Kabel gibt es gerade mal ein paar ersten Herstellern, man hat keine Betriebserfahrung (man spricht ab ca. 10 Jahren von Betriebserfahrungen). Sie unterschätzen die Herausforderungen, die das Anlegen von 525kV Gleichspannung an eine nur wenige cm dicke Isolierstrecke bedeuten. In Luft hätte man 5m Isolationsabstand.

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