Suedlink – Planung im Landkreis, Landrat fordert Transparenz zu alternativen Planungsvarianten ein

Die Firma TenneT plant eine Höchstspannungsleitung von Schleswig – Holstein nach Bayern, um den an der Küste erzeugten Windstrom nach Süddeutschland zu transportieren.

Ein Vorhaben, das für die notwendige Energiewende unabdingbar ist, aber überall dort, wo es direkte Betroffene gibt, erhebliche Widerstände auslöst. Ab 2022 steht nach Abschaltung der letzten Kernkraftwerke nicht mehr genügend Energie in vielen Regionen Deutschlands zur Verfügung. Dazu gehören auch zahlreiche Regionen und Industriestandorte im Süden des Landes. Weil das so ist, musste der Deutsche Bundestag die Voraussetzungen für den Energietransport von Nord nach Süd schaffen.

Der Landkreis Hildesheim ist doppelt betroffen. Zum einen geht es um die Leitung von Wahle nach Mecklar.

Unter dem Namen „Suedlink“ wurde nun zusätzlich im sogenannten Netzentwicklungsplan 2013 die Grundlage für die notwendigen Investitionen anerkannt. TenneT, ein niederländischer Stromnetzbetreiber, wurde mit der Realisierung beauftragt, die sich jetzt zunehmend konkretisiert.

TenneT hat jetzt eine Vorzugsvariante präsentiert, die im Landkreis Hildesheim zwischen Algermissen und Elze verlaufen soll. Für Landrat Reiner Wegner ist die Präsentation von nur einer Vorzugsvariante ein unverständliches Vorgehen. „Ich muss erwarten dürfen, dass auch räumliche Alternativen zur Diskussion gestellt werden“, so der Landrat.

Bild

So sei in einem Informationsgespräch am 25.02. in Hannover dargelegt worden, dass es zwar zwei weitere Korridore gebe (einen weiter östlich, einen entlang der A 7, also auch durch den Landkreis Hildesheim), warum aber weitere Trassen oder Untervarianten nicht mal näher erläutert wurden, ließ der Antragsteller selbst auf Nachfrage im Dunkeln.

Fazit: Der SUED LINK  kann auch die  Samtgemeinde  Baddeckenstedt treffen, da man das Bündelungsgebot mit WAHLE -MECKLAR anwenden kann. 

„Großzügige Entschädigungen sind notwendig“

Im Übrigen fordert der Landrat ausdrücklich, die Leitungen für die betroffene Region so allgemeinverträglich wie möglich zu gestalten und Nachteile durch großzügige Entschädigungen auszugleichen. Es könne nicht sein, dass die Erzeuger große Einspeisevergütungen erhielten und den Trassenanliegern Wirtschaftlichkeitsargumente entgegengehalten würden.

In der jetzt bevorstehenden Bundesfachplanung, die mit einem Raumordnungsverfahren vergleichbar ist, müssen nach Auffassung des Landkreises verschiedene, auch großräumige Varianten ergebnisoffen und in der gleichen Tiefe geprüft werden. Wegner: „Wir sehen hier eindeutig auch die Bundesnetzagentur als durchführende Behörde in der Pflicht, auf eine Alternativenprüfung auch von großräumigen Varianten hinzuwirken“.

Auch das Land ist in der Pflicht

Nach Einschätzung des Fachdienstes Kreisentwicklung und Infrastruktur des Landkreises hat das bisherige Vorgehen von TenneT den Eindruck vermittelt, durch den nun angekündigten Dialog nur die jetzt vorgeschlagene Vorzugsvariante kleinräumig optimieren zu wollen. Grundsätzlich andere Trassen würden, so die Einschätzung, offensichtlich sowohl von TenneT als auch von der Bundesnetzagentur gar nicht mehr in Erwägung gezogen. Hier sieht der Landkreis auch das Land in der Pflicht, überregionale Trassenvarianten ins Verfahren einzubringen. Geschehe dies nicht, bleibe von der angekündigten Transparenz des zukünftigen Verfahrens wenig übrig, so die Einschätzung des Landkreises.

Landkreis Hildesheim

 

 

 

 

Advertisements
Tagged with: , ,
Veröffentlicht in SuedLink

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: