Burgdorfer machten Gemeinderat Druck…06.06.2013

Die Menschen mitnehmen ist ein Ziel, das immer wieder in der Politik genannt wird. Dem Gemeinderat Burgdorf ist das in seiner Sitzung in Nordassel offensichtlich nicht gelungen.

Etwa 100 Zuhörer verließen die Ratssitzung in den Nordasseler Asselstuben ziemlich unzufrieden mit ihren Vertretern. Dabei hatte sich der Rat zuvor eindeutig in der Diskussion um die 380-kV-Starkstromleitung positioniert. „Wir waren immer für die Erdverkabelung“, betonte Bürgermeister Heinz Heusmann (SPD). Und auch die umstrittene Einkesselung von Westerlinde mit der vom Netzbetreiber Tennet favorisierten Freileitung lehnte das Gremium einstimmig ab. Doch schon in der Einwohnerfragestunde wurden die Differenzen deutlich. Obwohl dieser Tagesordnungspunkt diesmal tatsächlich 60 statt der eigentlich vorgeschriebenen 30 Minuten dauerte, waren die Einwohner aus den fünf Ortsteilen nicht zufrieden.

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„Mich würde interessieren, warum der Rat überhaupt eine Empfehlung für die Trasse abgibt“, wollte nicht nur Elmar Gahl aus Nordassel wissen. Samtgemeinde-Bürgermeister Jens Range erklärte, dass die Gemeinde andernfalls ihre Planungshoheit und eventuell auch die Klagemöglichkeit gegen den Planfeststellungsbeschluss verliere, wenn er keine eigene Stellungnahme mit Alternativen zur Tennet-Planung abgeben würde.

Das mochte allerdings CDU-Ratsherr Gerd Nölcke nicht akzeptieren. „Wir wollen Erdkabel und dürfen keine andere Variante der Trasse vorschlagen“, sagte er unter dem donnernden Applaus der Zuhörer. Sein Fraktionskollege Norbert Löhr warb derweil um eine realistische Einschätzung: „Wir wollen das geringstmögliche Übel für unsere Bürger erreichen.“

Für Christiane Kirchmann aus Hohenassel war es indes nicht nachvollziehbar, wie der Verwaltungsausschuss im November plötzlich die Variante am Asselgraben ins Spiel gebracht hat: „Wie kam dieser Sinneswandel zustande?“ Als der Rat in der regulären Sitzung seine Variantenvorschläge beschloss, warnten alle Redner davor, die Ortsteile gegeneinander auszuspielen. SPD-Fraktionssprecher Bern Brandes gab zu, dass es für ihn wie wohl für alle schwierige Entscheidungen seien. Aber einfach alles außer Erdkabel abzulehnen, so einfach könne man es sicht nicht machen. Bei der dritten Variante (siehe Info) werde nur Nordassel belastet und es gebe eine Bündelung mit einer vorhandenen 110-kV-Leitung.

„Das ist auch für mich als Nordassler ein hartes Brot“, gab Ernst-August Bode zu. Für ihn persönlich gelte aber, dass Gemeinnutz vor Eigennutz gehe.

Letztlich, so betonte Range, falle die Entscheidung über den Trassenverlauf aber in der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau.

Die werde alle Planungsunterlagen und die Einwände im Herbst zu prüfen haben. Abgestufte Forderungen:

1. Die Gemeinde lehnt die vom Netzbetreiber Tennet ins Gespräch gebrachte Umzingelung der Ortslage von Westerlinde ab.

2. Im Interesse der Bürger wird eine Erdverkabelung gefordert, da andernfalls auch das Landschaftsbild negativ beeinflusst wird.

3. Ist dies nicht möglich, fordert der Rat eine 380-kV-Trassenführung über Söhlde, Nettlingen, Nordassel, Luttrum, wobei eine Verbindung von Berel nach Nordassel abgelehnt.

4. Für den Fall, dass keine der erstgenannten Forderungen erfüllbar ist: Von Söhlde, Berel, Burgdorf kommend, südlich von Hohenassel auf dem ehemaligen Bahndamm in Richtung Innerstetal.

http://www.salzgitter-zeitung.de/lokales/Salzgitter/umland/burgdorfer-machten-gemeinderat- druck-id1030345.html

 

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Veröffentlicht in Archiv 2013

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