Bürger in Nordassel wollen Erdverkabelung…21.06.2013

Nordasseler Bürger wollen die jüngsten Beschlüsse des Burgdorfer Gemeinderates zu den Trassenplanungen für die 380-kV-Stromleitung nicht akzeptieren. „Wir wollen keines der fünf Dörfer einseitig mit einer Hochspannungsleitung belasten und werden deshalb ausschließlich einer Erdverkabelung zustimmen“, heißt es in einem offenen Brief.

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Foto Jörg David

Gebhard Söchtig  zeigte den Nordasseler Bürgern die möglichen Varianten  des Trassenverlaufs  der 380-kV-Leitung.

Den sandten engagierte Bürger in dieser Woche an die Wahlkreisbüros der Parteien sowie an Samtgemeinde-Bürgermeister Jens Range. Am Donnerstag waren nun alle Nordasseler zu einer Bürgerinfo in die Asselstuben geladen.

„Die Beteiligung von 120 Besuchern zeigt, dass es auch nach der Ratsentscheidung noch Informationsbedarf bei den Bürgern gibt“, sagte Bürger-Sprecher Gebhard Söchtig. Diese Aufklärung hätte eigentlich vor der Sitzung des Gremiums erfolgen sollen.

Der Burgdorfer Gemeinderat hatte, wenn auch nur als Alternative mit der dritten Priorität, eine Trasse an Nordassel vorbei in Richtung Luttrum vorgeschlagen. Wie in der SZ berichtet hat auch für den Rat zwar die Erdverkabelung absoluten Vorrang. Auch mit der Ratsentscheidung, eine Umzingelung Westerlindes unbedingt zu vermeiden, sei die Initiative laut Söchtig einverstanden.

Mehr aber hätte der Rat nie beschließen dürfen, befand Söchtig – und erntete spontanen Applaus. Für die Bürger sei klar, dass es keine Alternative zum Erdkabel geben dürfe. Es sei zu befürchten, dass sich die Gemeinde mit ihren Alternativ-Trassen die Möglichkeit zur Klage gegen einen Planfeststellungsbeschluss verbaut habe, fürchtet Söchtig.

Deshalb wollen die Nordasseler eine Unterschriftensammlung gegen diese Entscheidung einleiten.

Wie berichtet vertraten Rat und Verwaltung die Auffassung, dass sie die Planungshoheit verliere, wenn sie keine eigenen Alternativen für die Trassenführung unterbreiten. „Da gibt es in der Tat unterschiedliche juristische Auskünfte“, räumte Ulrich Zobel von der Bürgerinitiative Erdkabel Innerstetal ein.

Die Bürgerinitiative, in der sich auch die Nordasseler einbringen wollen, sei inzwischen ein Widerpart, den der Netzbetreiber Tennet durchaus ernst nehme. Die Innerstetaler setzen weiter auf Nadelstiche, um die geplante Freileitung noch zu verhindern.

„Das ist Steinzeittechnik für eine Leitung, die keinen Nordseestrom nach Süden bringen soll“, erklärte Zobel. Die neue 380-kV-Leitung sei keine Stromautobahn, die für die Energiewende nötig sei, sondern verteile nur den Strom in der Region.

Im Planfeststellungsverfahren habe die Tennet für den Burgdorfer Raum gerade die Variante eingereicht, bei der die Leitung an Megamasten von Söhlde kommend nach Westerlinde führe, um den Ort zu umschließen.

„Erdverkabelung hat Tennet immer ausgeschlossen“, sagte Ulrich Zobel. Das Argument der fehlenden Erfahrung damit sei „ihre eigene Wahrheit“. Es gebe funktionierende Erdkabel im Starkstrombereich und interessierte Hersteller. Unter der Erde in HGÜ-Gleichstromtechnik wäre die Verbindung von Wahle nach Mecklar wohl zweieinhalbmal so teuer wie die Freileitung.

Wenn das Projekt im Herbst öffentlich ausgelegt werde, habe zudem jeder Bürger das Recht, begründete Einwände zu erheben. Der Wunsch nach Erdverkabelung gehöre dann in jedes Schreiben, das an die Landesbehörde für Straßenbau zu richten sei.

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Veröffentlicht in Archiv 2013

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